Eine Frage zu dem Buch "Brave New World", das wir im Moment in Englisch lesen, war: 'Was war der große Fehler den der Direktor machte?' Die Antwort: 'Er sprach in einer sentimentalen Art und Weise über seine vergangenheit.' Dazu muss ich vielleicht erklären, dass sich dieses Buch mit einer utopischen, also einer perfekten, niemals erreichbaren Gesellschaft beschäftigt.
Für mich gehört es fast zum täglichen Miteinander 'in sentimentaler Art und Weise über Vergangenheit' zu reden. Wenn ich Leute treffe, die ich schon lange nicht gesehen habe, wenn ich mit Leuten rede, mit denen ich nicht so oft rede oder wenn ich alte Fotos ansehe, denke ich über die Vergangenheit nach. Und ich bin erst 17. Was wird sein wenn ich alt und grau bin und auf ein langes Leben zurückblicke? Ich liebe es meiner Oma oder auch meinen Eltern zuzuhören wenn sie über vergangene Zeiten reden, zu denen ich noch nicht gelebt habe oder an die ich mich nicht erinnern kann. Vorhin hat mein Vater mir ein altes verglbtes Bild gezeigt auf dem eine ganze Mannschaft zu sehen war auf einem Feld. Ich erkannte meine Großeltern in jüngeren Tagen und mein Vater sagte er wäre auch dabei gewesen und zeigte auf einen kleinen blonden Jungen. Die Gesellschaft saß auf dem Feld. Mein Großonkel saß im Vordergrund und hatte ein gekochtes Ei in der Hand. In der Mitte der Gruppe stand eine große Kanne mit Wasser und mein Vater erzählte mir dass sie einen ganzen Tag gebraucht haben um mit den Pferdewagen zum Feld zu fahren, das Heu aufzuladen und wieder zurückzufahren. Das Foto wurde wohl zur Mittagszeit aufgenommen.
Ich finde es wunderbar anderen Leuten beim Erinnern zuzuhören oder mich selbst zu Erinnern. Das sollten wir uns unbedingt bewaren. Ich hoffe ich werde meinen Enkeln oder Kindern auch einmal so schöne Geschichten erzählen können.
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Ich habe das auch gelesen und es ist ein wichtiges Text in unserer Englischklasse... aber wir glauben, es ist nicht utopisch sondern dystopisch - die Opposite (auf deutsch?)
AntwortenLöschenganz disturbing, findst du nicht?