Dass vieles uns viel zu selbstverständlich ist, merkt man oft erst, wenn man mal - gezwungenermaßen oder freiwillig - eine zeitlang versucht darauf zu verzichten. Meine Freundin hat mir genau diese Phänomen beschrieben, wenn es ums Alkohol trinken und Auto fahren geht. Es ist einem manchmal garnicht bewusst, dass man - jedenfalls in der Probezeit - nicht einmal einen Sekt trinken kann, ohne sich gleich chauffieren lassen zu müssen. Gerade bei Familienfeiern kann das ganz schön deprimierend sein.
In der Kirche wird freiwilliger Verzicht Fasten genannt und genau das habe auch ich vor. Und zwar werde ich auf Süßigkeiten verzichten. Das habe ich mit besagter Freundin zusammen festgelegt, allerdings nicht für 40 Tage - das würde ich nicht durchhalten - sondern "lediglich" für zwei Wochen. Allerdings muss ich zugeben dass mir schon jetzt - nach zwei Tagen - dieses Versprechen ziemlich schwer fällt. Es war mir wirklich nicht bewusst, mit wie vielen Süßigkeiten ich jeden Tag konfrontiert werde. Vor allem die Überreste von Weihnachten stellen mich vor eine große Herausforderung.
Ich muss zugeben, dass ich das Ganze eigentlich nur geplant hatte, weil ich dachte, ich könnte dadurch etwas abnehmen, doch jetzt fällt mir auf wie unüberlegt ich teilweise Dinge esse. Jetzt denke ich jedes Mal, wenn ich Gummibärchen sehe, darüber nach, was ich esse.
Und diese Erfahrung bringt mich dazu, mal darüber nachzudenken, solche Fastenaktionen öfter einmal durchzuführen. Vielleicht kann man damit sein Leben ein wenig lebendiger wahrnehmen. Außerdem heißt es ja auch dass Verzicht das Verlangen steigert. Vielleicht werden meine Gummibärchen doppelt so gut schmecken, wenn ich sie eine Zeit lang nicht gegessen habe. Aber um das herauszukriegen, muss ich erst einmal durchhalten. Drückt mir die Daumen und ein nächster Bericht wird kommen!
Alles Liebe Maria